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Marokko⁉️

Seit ein paar Wochen sehen wir täglich von der „Costa de la Luz“
rüber nach Marokko 🇲🇦 
Sollen wir mal einen Ausflug in dieses für uns völlig unbekannte Land machen🤔...
Mit unserem „Munzig“ können wir ja mal „rüberschnuppern“...
Uli mit viel Vorfreude auf die schon öfters von ihm gelesenen Routen... (Sandpisten, unbefestigte Strassen usw) und ich mit sehr gemischten Gefühlen... Ängsten... (vor was eigentlich???) na ja ich bin halt ein „Schisser“😉

Carlos... Uli hatte seine Adresse seit letztem Jahr gut gehütet... also war unsere erster Weg, nachdem „Munzig“ bepackt war, Alceciras. 
Die Tickets hatten wir gleich. Übrigens ein toller (Ticket) Service, den Carlos da anbietet. 
Schwuppdiwupp standen wir auf der Fähre, legten ab und auf ging‘s in ein für uns unbekanntes Abenteuer. 

Schon vor der Fähre die ersten Begegnungen mit Marokkaner... WOW die sind ja alle supernett und freuen sich darüber, dass du dich für IHR Land interessierst. 
Wildfremde Menschen sprechen dich an, bieten ihre Hilfe an, falls du die während des Marokko Aufenthaltes mal brauchen würdest. Geben dir die Telefonnummer für Notfälle... wie Fatima...sie wohnt in Deutschland, besucht ihre Familie in Fès und Casablanca. Sie gibt uns wertvolle Tipps über ihr Land mit auf den Weg.
Zum Beispiel, wieviel darf eine Tajine kosten, wie und wo verhandeln wenn man etwas erwerben möchte, wo Arganöl kaufen usw. 

Kurz nach 18:00 Uhr sind wir in Tanger Med von der Fähre gefahren... weit soll es für heute nicht mehr gehen...

Wichtig war eine Telefonkarte (hab ich mir gar keine Gedanken gemacht vorher)... Fatima erklärte mir wo und wie einfach es wäre eine solche zu bekommen. 
Schnell hatten wir auch einen entsprechenden kleinen Laden (wow wie die ihre Ware eingeräumt und gestapelt haben) gefunden und der nette junge Mann hat auch alles gleich auf dem Handy eingerichtet, so das man sofort loslegen konnte. 

Für die erste Nacht fanden wir einen kleinen Campingplatz... wo? ich würde ihn wieder finden, weiss aber nicht mehr wie der kleine Ort geheissen hat🙈. 
Die Rezeption, die Umgebung, alles... neu und spannend. 

Ohne Ziel ging es am nächsten Tag ausgeruht weiter. 
Schon nach ein paar Stunden Fahrt, waren meine Sinne, meine Augen und auch mein Geist, total überfordert.
Soooo viele neue, ungewohnte Eindrücke, das kann man alles gar nicht in Worte fassen... das muss man selbst erlebt haben. 

Es gibt unzählige Reiseberichte über dieses wunderschöne Land, mit bunten tollen Bildern... irgendwo werdet ihr solche in rauhen Mengen finden. 

Ich werde hier über unsere Erfahrungen, Gefühle und Eindrücke schreiben. 
Nie hätte ich mir träumen lassen, dass mich ein Land und vor allem auch die Menschen die da leben, derart faszinieren könnten. 


Wir sind an der Küste runtergefahren, haben angehalten in kleinen Dörfchen, da kam ich mir vor wie in dem Film „das Parfum“... ins Mittelalter zurückversetzt. 
Diese Gerüche... ab und zu eklig und trotzdem gehören sie hier zum Alltag... die gehören einfach dazu. 


Ich habe mich darauf eingelassen und bin eingetaucht... war interessiert an dieser für mich neuen Lebensweise.

 

Die Begegnung mit diesen Menschen hat mich öfters gerührt. Ich habe diese ehrliche, offene, liebe Art noch in keinem anderen Land so intensiv erlebt. 


Klar wollte ich auch Städte sehen, moderne Städte mit allem was es in Europa auch gibt... nein nicht ganz. 
Auch in den grösseren Städten ist dieses „andere“ zu spüren. 

Wir fuhren vorbei an Rabat, in El Mansouria verbrachten wir die zweite Nacht, dann an Casablanca vorbei, wo wir für die dritte Nacht in El Jadida einen Platz gefunden haben.

Auf diesem haben wir den Radler Sven aus Reutlingen kennengelernt und ihm haben wir zu verdanken, dass wir über die N12 durch die Sahara gefahren sind.

Da wollte ich nämlich auf keinen Fall hin🙈...

 

In Safi, der Keramikstadt ein kurzer Stopp... da hatten wir auch gleich einen „Führer“ an der Backe der uns alles zeigen wollte. War aber halb so schlimm. 


Kurz vor Essaouria ein kleiner Platz zum übernachten bei einem französischen Ehepaar.

Mit dem Taxi ging es am nächsten Tag in die erste, für uns grössere Stadt. 
Wieder war ich überwältigt, überfordert und erstaunt was es da alles zu sehen und wie in allen marokkanischen Dörfern und Städten zu riechen gab. 
Als es dunkel wurde, haben wir erst gemerkt, wie schnell doch ein Tag in einer sehenswerten Stadt an einem vorbeizieht.

Müde und satt sind wir mit dem Taxi zur Base zurückgefahren. 
Weiter ging es ausgeschlafen am nächsten Tag Richtung Agadir. Auch da sind wir nur durchgefahren. 

Bis Sidi Bibi, da hatten wir kurz vorher den ersten Kontakt mit einer Sanddüne, die in eine sehr steile Klippe überging. 
Von da über Tiznit, dann nach Sidi Ifni, mit einem letzten Blick auf den Atlantik ging es dann über Berg und Tal nach Guelmim. 

Da in die erste Oase.... die Oase Tighmert kurz nach Guelmim, auf den Campingplatz „Aain Nakhla“. 

Das dies eine gute Entscheidung war stellte sich bald heraus. 

Am abendlichen Lagerfeuer und einer typisch marokkanischen Teezeremonie von Ali, haben wir so Einiges über den Besitzer Salah des Campinplatzes erfahren. 

Es wurde eine Tajine mit Kamelfleisch aufgetischt.... die war sehr lecker. 

Salah zeigt den interessierten Gästen einen ganzen Tag lang „seine“ Heimat... 

Für uns war klar, dass wir hier nochmal eine oder 2 Nächte bleiben werden. 

Die besondere Atmosphäre, schien die Welt anzuhalten. 

Wir besuchten Mohamed... Mercedes sein Esel stand, vielmehr „parkte“ vor dem Lehmhaus, in dieses wir eingeladen wurden zu sebstgebackenem Brot mit bestem Olivenöl. 

Er hat das ganze Haus selbst gebaut...

 

Salah zeigte uns viele schöne Orte, unter anderem auch eine Quelle aus der 40 Grad warmes Wasser sprudelt und er erzählte uns entsprechende Geschichten dazu... man spürt aus seinen Erzählungen, dass er mit seiner Heimat sehr verbunden ist und sie liebt. 
Bei Hassan und seiner Familie gab es „Hausmannskost“... Bohnensuppe, Tajine mit Zicklein und frische Früchte. 
Wir wurden begrüsst und bewirtet wie Freunde. 
Das war ein wunderschöner Tag, an dem wir viel gesehen und gelernt haben. 

Als wir uns von Salah und von Ali verabschiedet haben, wussten wir noch nicht, was in den kommenden Tagen auf uns zu kam... 
Ich werde versuchen, die Eindrücke und Erlebnisse in Worte zu fassen. 

Foum Zguid... zu diesem Ort wollten wir... zum Tor der Wüste... 


Na ja, ich wollte eigentlich nicht unbedingt, aber Uli.

 
Über den Irikisee nach Mhamid... Ich schaute mal auf der Karte und war sofort „begeistert“🙈 so einfach ins „Nichts“ zu fahren... uiuiui... 


Sogenannte „Führer“ boten sich an, uns zu begleiten... aber Uli wollte das alleine machen. 
Ich wollte erstmal eine Nacht darüber schlafen. 


Am nächsten Morgen zeigte uns der Campingplatzbesitzer Rachid, den „besten“ Einstiegsweg.

 
Das waren jetzt also diese „Pisten“... man sah im Sand einige Spuren und wir hatten Gottseidank noch eine App geladen, die unseren gefahrenen Weg aufzeichnete... nach 3 Stunden „Schüttelfahrt“ sahen wir den „Sand“ der durch die Luft wirbelte immer näher kommen... da würden wir nicht durchkommen und der Wind wurde immer stärker.

Also suchten wir uns im Nirgendwo unter zwei Akazienbäumen einen „Stehplatz“... morgen wird der Wind bestimmt weniger und wir können weiterfahren. 
Ich wusste in dem Moment noch nicht so genau, welche Gefühle ich zulassen sollte...

Angst, Wut, Hilflosigkeit oder doch dieser Anflug von „ist eigentlich ganz toll und abenteuerlich"...

 
Plötzlich kam aus dem „Nichts“ ein Moped auf uns zu. 
Abdul suchte seine Ziegen.

Er gab uns zu verstehen (mit Händen und Füssen), dass wir mit unserem Auto hinter ihm herfahren sollten. 
Was wir dann auch machten. 

 

Er fuhr zu einer kleinen Lehmhütte vor der sich ein paar Zicklein aufhielten.

Abdul holte seine Frau Sahara aus der Hütte und sie baten uns einzutreten. 
Der Wind wäre nicht gut und wir sollen hier bleiben.

 
Sahara zeigte mir ihre Küche, in der sie gerade Teig für Fladenbrot machte. Das wurde dann draussen in einem kleinen Lehmofen gebacken. 
In der Küche bereitete sie eine Tajine zu, die wir dann am Boden in der kleinen Hütte, um ein Feuerchen auf dem noch Tee gekocht wurde, mit unseren Gastgebern gegessen haben.

 
Ich hatte schon registriert, dass es noch ein paar Lehmhütten im näheren Umkreis hatte... es kamen ein paar verschleierte Frauen und auch Männer... die wollten uns und unser Auto anschauen. 

 

Trotz der Sprachbarriere hatten wir alle keine Probleme uns irgendwie zu verständigen. Es war unglaublich. 

 

Schnell wurde es stockdunkel... aber dieser Sternenhimmel, die Milchstrasse... das alles war zum Greifen nah. Sternschnuppen in Zeitlupe... sie verschwanden irgendwo im Sand...

 

Und wieder gab es im Nirgendwo der Wüste eine Sandrose, mehr😉

 

Am nächsten Morgen war der Wind weg... Sahara und Abdul machten für uns Frühstück... frisches Brot mit Olivenöl und Tee. 
Sie hatten nichts und das teilten sie noch mit uns “Fremden“... 
Ich war total geflasht von dieser Gastfreundschaft. Es war unglaublich. 
Ich könnte jetzt ein neues, moderneres „Märchen“ aus 1001 Nacht schreiben... 

 

Foum Zguid

Wir wollten zu Erg Mhazel und Abdul brachte uns trotz wieder stärker werdendem Wind dahin. 
Wir standen vor den Dünen und es war einfach umwerfend... so hatte ich mir das nicht vorgestellt.
Sogar der "kleine Muck" wohnte hier😉... dieser kleine Berber, der hier das Wüstencamp betreute...

Nach einer ruhigen Nacht unterm klarstem Sternenhimmel führte uns am nächsten Morgen unser „Munzig“ über Sandpisten und die holprige Steinwüste wieder auf asphaltierte Strassen zurück. 


Unser nächstes Ziel war Fes. 


Die Fahrt dahin war abenteuerlich, spannend und hinter jeder Kurve verbargen sich neue Überraschungen.

Nach einer Zwischenübernachtung kamen wir in Fès an. 
Muss/sollte man gesehen haben!
15 Kilometer zu Fuss durch die Souks mit ihren Gassen voller Touristen und dunklen Gässchen, die schon fast unheimlich wirkten. Auch die legendäre Ledergerberei... da hat es definitiv gestunken...
Aber Fès ist eine absolut faszinierende Stadt. 

Fès war gerade am „erwachen“, als wir Stadtauswärts fuhren...


Dann wieder im „Nirgendwo“, 
Chechaouèn - Laghdir ein Dorf, das wir bestimmt nicht mehr vergessen werden. 


Da sahen wir durch „Zufall“ eine Oliven-Ölmühle, bei der noch alles von Hand und mit Hilfe eines Maulesels gemacht wird. 
Bei so was, muss Uli einfach mal ein bisschen mithelfen...
Dieses Olivenöl ist unvergleichlich im Geschmack... richtig lecker. 

Gegen Abend dann waren wir am Mittelmeer, in Martil. 
Wir schauten uns am nächsten Tag noch Tetouan an...

 

2 Wochen wollten wir eigentlich "schnuppern"... jetzt sind es bereits 2 1/2 Wochen...

Das letzte Stück nach TangerMed lag vor uns... 

ach komm eine Nacht noch... oder zwei...😉


Egal was man in Marokko anschaut... es ist immer etwas Besonderes, es ist bunt, orientalisch und es hat dieses spezielle Flair, diesen besonderen Duft. 

 

Die letzten Minuten noch... nochmals alles auf/einsaugen...
Durch den Zoll, mit "Munzig" zum „Scanner“,

dann auf die Fähre und wieder nach Europa...

Alles Weitere „müssen“ wir auf‘s nächste Mal verschieben...

Und das wird es definitiv geben. 

Wie sagen die Einheimischen...

ان شاء الله 
'in sha' allh